Saatgut für Syrien

Veröffentlicht auf von Gabriele Wiedemann

Saatgut für Syrien
Aufruf zu Saatgutspenden für Syrien

Im Krieg in Syrien wird Hunger zur Waffe, Bäuerinnen und Bauern haben sich zu einem Netzwerk "der 15. Garten" zusammengeschlossen, versuchen auf jeder Fläche Gemüse anzubauen (hier auf einem Dachgarten in einem Vorort von Damaskus) und kämpfen so für ihre Ernährungssouveränität. Es gibt weltweite Unterstützung. In Deutschland ruft der Hof Ulenkrug zu Saatgutspenden für Syrien auf. Helfen Sie mit ein Zeichen der Solidarität zu setzen!

Der Krieg in Syrien hat nicht nur hundertausende Tote gefordert. Städte und Dörfer werden jahrelang belagert. Hunger wird zur Waffe und der Anbau von Gemüse zu einem Akt des Widerstands. Bei Hilfslieferungen drohen neue Abhängigkeiten, bei der eine Entwicklung wie im Irak  entstehen kann, wo die Intervention heimische Sorten vernichtet und den Weg für Konzernsaatgut geebnet hat. Vor diesem Hintergrund hat sich in ganz Syrien ein Netzwerk von Bäuerinnen und Bauern gegründet, das seit 2013 besteht und sich seither zu einem wichtigen Bestandteil der syrischen Zivilgesellschaft entwickelt hat, der "15. Garten". Unter den Bedingungen des Krieges setzen die AktivistInnen das Konzept der Ernährungssouveränität in die Praxis um. Ausführlich berichtet der Artikel von Julia Bar-Tal im aktuellen Dossier von Inkota über Ernährungssouveränität über die Arbeit des Netzwerks, das breite Unterstützung im Ausland bekommt.
Bild: Dachgarten in einem Vorort von Damaskus (Quelle: Inkota Dossier im Nord-Süd-Magazin  www.suedlink.de )

»Ich erinnere mich an den Tag, als wir das
erste Mal gesät haben und ich den alten
Bauern fragte: ›Onkel, wie viel Ertrag
wird uns die Erde bringen?‹ und er einfach
lachte und mir vollkommen überzeugt
antwortete: ›Die Erde ist wie das
Schicksal. Sie gibt so viel, wie ihr gegeben
wird.‹ Für mich war der Moment, als die
Samen aufgingen, wie der, in dem ein
Vater sein Neugeborenes sieht. Ich habe
sie alle sehr genau beobachtet und
machte mir Sorgen, dass sie vielleicht
nicht aufgehen würden. Als sie wuchsen,
haben wir getanzt, Firas, Qusay und ich.
Wie Kinder sind wir zu den Melodien der
syrischen Revolution um den ersten keimenden
Samen getanzt, der sich durch
die Erde von Yarmouk ans Licht gereckt
hat.« 
Abdallah Khatib aus Yarmouk

Aufruf zu Saatgutspenden

In Deutschland untersützt der zum Longo Mai Netzwerk gehörende Hof Ulenkrug die Arbeit mit dem Aufruf zu Saatgutspenden. Gesucht werden größere Mengen von ökologischem Saatgut von Gemüsen, die in Syrien bekannt sind und angebaut werden können: Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Paprika, Auberginen (kleine Sorten), Salat, Spinat, Bohnen, Saubohnen, Okra, Gurken, Zucchinis, Petersilie und Koriander. Das Saatgut wird mit englischen und arabischen Etiketten versehen und über die Kanäle des Netzwerks nach Syrien verschickt. Mit der Saatgutspende können wir ein Zeichen der Hoffnung und Solidarität senden. Eine offizielle Mindestmenge gibt es nicht, es sollte aber ein Vielfaches der Saatgutportionen sein, die wir in der Saatgutliste anbieten, um Aufwände beim Etikettieren nicht zu groß werden zu lassen. Kleinere Mengen werden mit ähnlichen Sorten zusammengefasst

Saatgutgruppe The 15th Garden

c/o Hof Ulenkrug
Stubbendorf 68
17159 Dargun
15thgarden@riseup.net
Betreff: Saatgut Deutschland

Dieser gesamte Text stammt von der Seite VEN, dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. www.nutzpflanzenvielfalt.de

Ich habe  15th gardenriseup eine email geschickt und angefragt welche Samen besonders benötigt werden - die Antwort werde ich demnächst hier veröffntlichen.

 

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