Über den Holunder

Veröffentlicht auf von Gabriele Wiedemann

Göttlich, heilsam und essbar Hollerbusch

Im Holunder soll eine Göttin wohnen. Glaubten zumindest die Germanen. Für sie war der Holunder Wohnsitz von Holda. Der Schutzpatronin von Tieren und Pflanzen. Für Apotheker wie Sigrid Billig ist der Strauch vor allem aus medizinischer Sicht wertvoll.

Stand: 03.09.2018 | Archiv |Bildnachweis

Hollerbusch | Bild: BR

Wirkung

Der Schwarze Holunder wirkt schleimlösend, vor allem in den Nasennebenhöhlen und in den Bronchien. Außerdem wird er als schweißtreibendes Mittel eingesetzt. Man schwitzt Erkältungen sozusagen aus.

Und was steckt drin?

Als Inhaltsstoffe zu nennen sind vor allem die Bioflavonoide, genauer Rutin und Hyperosid. Eine ordentliche Portion Vitamin C ist auch noch drin. Die Farbe der Beeren wird verursacht von den sogenannten Anthocyanen, das sind pflanzeneigene Farbstoffe. Im Fall vom Holunder heißen sie Sambucin und Sambucyanin. Die Farbstoffe sind so intensiv, dass man die Beeren früher sogar zum Färben von Haaren eingesetzt hat.

Ernte

 

Wer keinen Holunder im Garten hat, darf in freier Wildbahn pflücken – zumindest, wenn er nicht kiloweise alle Bäume in der Umgebung leerräumt. Denn das Bayerische Naturschutzgesetz erlaubt das Ernten von Wildpflanzen in ortsüblichen Mengen, sofern kein gewerblicher Zweck dahinter steckt. An jedem Strauch aber bitte noch genug für die Vögel übrig lassen. Für sie sind die Beeren wertvolle Nahrungsquelle. Verzehren darf man den Holunder nur in gekochter Form. Wer in roh verzehrt, kassiert die Quittung in Form starker Übelkeit. Die wird ausgelöst vom sogenannten Sambunigrin, einem der Inhaltsstoffe.

 

Führungen durch den Garten

Ihr Wissen um die Heilwirkung von Pflanzen gibt Sigrid Billig auch in Führungen durch den Garten des Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt weiter.

Deutsches Medizinhistorisches Museum
Anatomiestraße 18-20
85049 Ingolstadt

Telefon: 0841 3052860
Telefax: 0841 3052866
Email: dmm@ingolstadt.de

Dieser Text stammt aus der Sendung Querbeet vom Bayrischen Rundfunk. "(Bildnachweis" anklicken, dann kommen sie auf die Seite vom BR) Bitte lesen sie die blogartikel am Computer oder Laptop, dort sind die Artikel werbungsfreier anzusehen als auf dem Handy ;-)

Veröffentlicht in Film, Herbst, Pflanzen

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